Buchtipp: So good they can´t ignore you

Von: Cal Newport. Lesezeit: 2,49 Minuten.

 

So good they can´t ignore you

Wer will schon nicht das machen, worauf er wirklich Lust hat? Seiner wahren Bestimmung folgen? Ich denke, so ziemlich jeder träumt davon. Viele wagen es. Manche gewinnen. Die Mehrheit scheitert allerdings.

  • Woran liegt das?
  • Was machen die einen richtig?
  • Und die anderen falsch?
  • Warum sind die einen die absoluten Highflyer?
  • Und die anderen gehen in der Masse unter?

Das Buch beantwortet genau diese Fragen. Und noch viele mehr. Es schaut hinter die Kulissen von Menschen, die (nach außen hin so verkauft) ihrer Passion gefolgt sind. Und dadurch ein erfülltes Leben führen. Es werden ebenso die Gescheiterten näher unter die Lupe genommen.

Einfach das tun worauf mal richtig Lust hat?

Was mir an dem Buch besonders gut gefällt, ist die zarte und durchdringliche Ehrlichkeit, mit der der Autor Cal Newport hier vorgeht. Der Titel sagt meiner Meinung nach schon viel aus.

Sei so gut, dass sie dich nicht ignorieren können.

Aber wie werde ich das? Indem ich einfach meiner Passion folge? Meine Bestimmung finden? Nein. Ganz so einfach ist das nicht. Mir gefällt das Buch auch deshalb so gut, weil der Autor genau dieses

Folge einfach deiner Passion und dein Leben wandelt sich in ein Märchenland, wo Milch und Honig fließen“

hinterfragt.

Worauf es wirklich ankommt …

Cal Newport fängt seicht an, indem er eine Umfrage als Aufhänger nimmt. In dieser wurden Menschen gefragt, was sie glauben, dass ihre Passion ist. Wenn ich mich richtig erinnere, dann war da so ziemlich alles dabei. Sportler, Schauspieler usw. Allein der potenzielle Arbeitsmarkt für – sagen wir mal Top-Fußballspieler – ist seeeehr überschaubar, im Vergleich zur – sagen wir mal – Automobilindustrie. Wie hoch sind dann die Chancen, tatsächlich ein sehr gut bezahlter Fußballspieler zu werden? Genau. Äußerst gering. Deutlich unter einem Prozent.

Hör auf zu träumen und zu glauben, dass man einfach nur seiner Passion folgen muss. Mach nicht den x-ten Laden/ Restaurant auf, den es eh schon an jeder Ecke gibt. Das ist am Ende ein “me too” Geschäft. Diese Art von Geschäften enden früher oder später immer in einem Preiskampf. In dem verlieren alle.

Mee-too ist Mist – aus eigener Erfahrung

Ich habe seit 2009 ein Ingenieurbüro, in dem ich unter anderem Unfall- und Oldtimergutachten anbiete. Ich habe es eröffnet um nicht betriebsblind bei Daimler zu werden. Die Lernphase war bis zu einem Zeitpunkt da. Jedes Gutachten war anders. Ich nutze es auch, um auszuprobieren. Beispielsweise passives Einkommen, durch den Verkauf eines Ratgebers sollte es sein. In der Theorie  funktioniert das. Die Praxis sah anders aus 🙂

Mir wurde bewusst, dass ich mit meinen Unfallgutachten auch nur ein me-too Geschäft hatte. Ich bekam einen Anruf, den ich nicht sofort annehmen konnte. Als ich zurückrief (20 Minuten später), sagte mir mein Kunde (für den ich in der Vergangenheit bereits ein anderes Oldtimergutachten gemacht habe), es habe sich erledigt. Er habe bereits einen anderen Gutachter beauftragt. Das war der Moment in dem mir klar wurde. Gutachten sind nur ein me-too Geschäft. Konzentriere dich auf Dinge die dich weiterbringen. Lesen und dieser Blog gehören dazu.

Warum wollen Menschen ein Job der sie glücklich macht?

Warum ist das Menschen überhaupt so wichtig? Bzw. wann sind Menschen überhaupt glücklich im Job?

Es sind diese drei Zutaten:

  1. Wenn sie das Gefühl haben, die Kontrolle über ihr Leben zu haben. Autonomie ist das Stichwort.
  2. Das Gefühl zu haben, gut zu sein in dem, was ich tun.
  3. Das Gefühl, Kontakt zu anderen Menschen zu haben.

Und schwuppdiwupp sind wir alle glücklich?!

Zurzeit wird ja viel ausprobiert in der Arbeitswelt. Es werden Schwärme gegründet, die sich wie von Zauberhand selbst organisieren. Es gibt keine Bosse mehr, sondern Leader. Mobiles Arbeiten liegt voll im Trend. Vergleich das mal mit den oberen Punkten. Das zielt alles genau auf diese Bedürfnisse ab. Und wenn man glücklich ist, dann arbeitet man auch gerne mal etwas länger. 😉

Da haben ja alle was davon. Aber ich schweife ab, das ist ein anderes Thema.

Zurück zum Buch.

War früher alles besser?

Wenn man das Leben mit „früher“ vergleicht, war das Thema „Passion“ oder „ich will das tun, was mich glücklich macht“ gar nicht so präsent. Warum ist es heutzutage scheinbar anders? Dazu gibt es die unterschiedlichsten Meinungen. Im Buch wird das auch hinterfragt. Ich kann dem Geschriebenen nur zustimmen.

ICH ICHICH ICH ICH ICH und nochmal … ICH

Die Mehrheit von uns läuft mit folgendem Weltbild durch die Gegend:

Was kann die Welt mir bieten?

Lass die Frage bitte erst einmal sacken, bevor du weiterliest. Was kann die Welt MIR bieten? Das MIR habe ich ganz bewusst großgeschrieben.

MIR heißt im Umkehrschluss ICH.

Das ICH steht im Mittelpunkt.

Geht man so durch die Welt, bewertet man automatisch alles und jeden.

Was kann mir der- oder diejenige bieten? Das kann man auf alles anwenden. Partnerschaft, Freundschaft, Beruf usw.

Diese Sichtweise verbirgt sich hinter dem Passion-Mindset.

Es geht auch anders …

Dann beschreibt der Autor das Craftsmen-Mindset. Je nachdem, wie man es übersetzt, heißt es Craftsmen-Handwerk.

Der geht mit einem anderen Mindset durch die Welt. Der fragt sich nämlich.

Was kann ich der WELT bieten?

Nimm dir bitte kurz Zeit und denk drüber nach. Genau. Das ist eine komplett andere Sichtweise. Und plötzlich dreht sich die Erwartungshaltung in eine „Fuck. Ich muss was leisten“-Haltung um.

Geh mal mit diesem Mindset zu deinem Partner, Chef, Freunden, … . Was kann ich (heute) für dich tun? Du wirst überrascht sein, wie glücklich der andere plötzlich wird. Wichtig dabei ist natürlich, dass der andere genauso tickt. Sonst macht das Ganze keinen Spaß.

Mit dem richtigen Mindset zum Erfolg

Der Autor ist der Meinung, dass jeder erfolgreiche Mensch genau mit diesem Mindset durch die Gegend läuft.

  • Wo kann ich dir was abnehmen?
  • Wie kann ich XY helfen? Was muss ich tun, damit ich …?

Wohingegen im „Ich folge meiner Passion“-Mindset häufig Folgendes passiert. Da gehen einem Fragen durch den Kopf wie:

  • Wer bin ich eigentlich?
  • Was liebe ich wirklich? (bei mir ist das im Moment mein Ventilator – denn es ist Sommer und die Sonne scheint. Und natürlich meine Freundin.)

Diese Fragen sind im beruflichen Kontext/Passion kaum bis sehr schwer zu beantworten. Am Anfang ist so ziemlich jeder Job „schwer“, weil man viel lernen muss. Teilweise muss man richtig viel Mist machen. Das kann nerven. Der Passionssuchende stellt sich dann sehr schnell die Frage: Ist es das wirklich, was ich will? Nein, ich will doch hoch hinaus … Und schwuppdiwupp ist der Job scheiße und es wird nach etwas Neuem gesucht.

Auch Babysteps bringt dich deinem persönlichen Erfolg näher

Jeder, der wirklich erfolgreich wird, hat in der Regel richtig viel Zeit in seine Entwicklung seiner Fähigkeiten gesteckt. Es gibt die 10 000-Stunden-Regel. Nach dieser ist man nach 10 000 Stunden ein Meister seines Fachs. Dann hat man es wirklich drauf. Leider kommen viele mit der „Ich such meine Passion“-Einstellung gar nicht so weit, weil sie vorher aufgeben.

Im Buch wird beispielsweise die Geschichte eines Musikers erzählt, der Stunden um Stunden damit verbringt, eine bestimmte Stelle in einem Lied perfekt zu spielen.

Es muss ich leicht anfühlen.

Und das ist besonders schwer, dort hinzukommen. Jeder, der schon ausprobiert etwas nachzumachen, weil es leicht aussieht, hatte sicher diesen Moment. „Oha. O.k. Doch nicht so leicht. LALALA – schnell weg!“

Wann wird man also so gut, dass man nicht mehr ignoriert werden kann?

Ganz einfach. Es reicht nicht aus, einfach nur gut zu sein. Das Bessere ist ja bekanntlich der Feind des Guten. Nein. Du musst entweder der Beste sein (und bleiben). Oder du hast etwas, was jeder will. Was aber nicht so leicht zu erreichen ist. Seltene Fähigkeiten, rares Wissen, oder du machst einfach etwas Herausragendes. Und schwuppdiwupp will dich jeder haben. Auch in Krisenzeiten. Weil man sich dann lieber auf den „Experten“ verlässt als auf den, der einfach nur „gut“ ist.

Drei Disqualifier für deinen Job

Wenn du also wissen willst, ob dein Job die besten Voraussetzungen hat, ein Experte zu werden, dann solltest du das Buch auf jeden Fall lesen. Du findest darin neben anderen sehr hilfreichen Tipps die drei Disqualifier für deinen Job. Erfüllt dein Arbeitsplatz diese Punkte, dann sollest du dir ernsthaft Gedanken machen.

Und wie bekommt man einen besseren Job?

Arschkriechen ist ein Weg, den viele wählen. Ich bevorzuge einen anderen. Der heißt Lernen. Immer mehr lernen und dadurch so gut werden, dass man dich nicht mehr ignorieren kann. Ja, das ist anstrengend. Aber wenn es einfach wäre, würde es ja jeder machen. Ich bin der Meinung, dass sich das Craftsmen-Mindset am Ende durchsetzt. Wichtig ist nur zu erkennen, wann es sich lohnt. Es gibt nichts Schlimmeres als vergebene Liebesbemühungen.

Und komm mir jetzt nicht mit irgendwelchen Ausreden. „Dafür habe ich keine Zeit. Bei mir ist alles so stressig.“ Damit lügst du dich nur selbst an. Lies das! – Napoleon Hill hilft dir. 😉

Ist alles eine Frage von guter Planung. Wie man das auch in einem stressigen Alltag unterbringen kann, findest du auch im Buch.

Mein Lieblingszitat:

You stretch yourself, day after day, month after month, before finally looking up and realizing, ” Hey, I´ve become pretty good, and people are starting to notice.”

Karrierekapital

Das ständige Wiederholen macht dich besser und besser. Und eines Tages ist es soweit. Du stichst heraus. Diese Phase nennt man auch: “Karriere Kapital aufbauen”. Ohne entsprechendes Karrierekapital wirst du nicht großartig. Jetzt sagen viele bestimmt. “Ja, aber wenn man nicht seiner Passion folgt, dann schafft man das nicht!” Das eben Beschriebene ist einfach nur harte Arbeit. Immer und immer wieder. Oder anders ausgedrückt. “Do the shit that need’s to be done.”
Das wird im Buch eindrucksvoll beschrieben.

Und jetzt. Los! An die Arbeit!

Mach dich clever.

Hier geht’s zum Buch. Klicke einfach auf den Link.

So Good They Can’t Ignore You

Bleib dran, es lohnt sich.

Beste Grüße
Michael

Bla-Bla-Meter

für

“So good they can´t ignore you”

Der einzig wahre Maßstab 😉


4,5 von 5 Unicorns

Ranking 4-5 - Wasmansoliest.de


Inhalt


Werbefrei


Lesbarkeit

0 Comments

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.