Buchtipp: Propaganda

Propaganda

Von: Eward Bernays

Erstmals erschienen ist das Buch im Jahre 1928. Das Wort Propaganda ist vor allem seit dem Dritten Reich negativ behaftet. Heute nennt man Propaganda einfach Public Relations, und die Welt ist wieder in Ordnung. Getreu dem Motto: Gib dem Kind einfach einen neuen Namen, und keiner stört sich mehr daran. Was aber rein gar nichts an der Wirkung verändert.

Eward Bernays redet Klartext und geht bis ins Detail

Das Schöne am Buch ist, dass es frei vom neumodischen Public Relations-Vokabular ist. Der Autor redet Klarext. Und alles andere als politisch korrekt.

Das Buch geht schnell zur Sache. Herr Bernays beschreibt anhand zahlreicher Beispiele, wie uns die „anderen“ ständig versuchen zu manipulieren. Das fängt beispielsweise mit der Mode an, die wie ein Uhrwerk halbjährlich neue Trends erfindet.

Im Buch wird konkret am Beispiel des Samtstoffes in den 1930er Jahren beschrieben, wie der Stoff wieder ganz gezielt von der Samtindustrie trendy gemacht wurde.

Bernays beschreibt bis ins Detail, wie vorgegangen wurde. Er erklärt die Mechanismen dahinter und wie sie bis heute auf uns wirken.

Dabei beschreibt er Beispiele aus:

  • Wirtschaft
  • Politik
  • Der Frauenbewegung
  • Bildung
  • Sozialwissenschaften
  • Und der Wissenschaft

 

Seit ich das Buch gelesen habe, habe ich eine komplett andere Sichtweise auf diese Themen

Ist man sich dieser Mechanismen bewusst, kann man gesamte Werbekampagnen bis ins Detail auseinandernehmen.

Hier machen sie Ansatz A, dort Ansatz B. Das geht weiter bis zu den lieben „Finanzberatern“ oder Versicherungsberatern, die ja immer nur „dein Bestes“ wollen.

Nämlich dein Geld.

Überall wird mit den Bedürfnissen und Ängsten der Menschen ganz bewusst gespielt.

Solange man sich dessen nicht bewusst ist, ist man ständig das Opfer dieser Kampagnen bzw. der Propaganda. Nichts anderes ist das nämlich.

Ich bin überglücklich, dass ich es gelesen habe

Seither habe ich mich von sehr vielen „wichtigen“ Sachen, wie beispielsweise Magazinen, öffentlichem Fernsehen getrennt. Die wollen einem weismachen, was man heutzutage so braucht.

  • Muss es wirklich immer das neueste Handy sein?
  • Jedes Wochenende Party machen?
  • Warum bezeichnen viele Shopping eigentlich als Hobby? Das ist doch eigenartig.

Nein. Das ist gezielte Manipulation. Oder eben Propaganda.

Das Wort Shopping ist durch die gezielte Werbung absolut positiv belegt. Jeder hat ein positives Gefühl, wenn er das Wort hört. Außer vielleicht der eine oder andere Mann.

Du bekommst das Hochgefühl schlechthin, wenn du Produkt xyz (ersetze xyz durch das Produkt deiner Wahl) kaufst.

Das versucht dir die Werbung ständig auf die perverseste und irgendwie auch geniale Art unterbewusst zu verklickern. Das ist eine eigene Wissenschaft geworden.

Versteh mich richtig

Ich predige hier nicht den Konsumverzicht. Werde dir der Masche nur bewusst, dann kaufst du meiner Meinung nach viel bewusster ein.

Sie versuchen einen immer aus dem inneren Gleichgewicht zu ziehen. Das wurde mir so richtig bewusst, als ich dieses Buch Frech, aber unwiderstehlich! (die ausführliche Beschreibung kommt noch) gelesen hatte.

Zuerst erschaffen sie einen künstlichen Mangel, der dir ein schlechtes Gefühl beschert. Wie man das lösen kann? Ganz einfach. Durch den Kauf von Produkt xyz.

Voilà. Du bist glücklich.

Zumindest für eine kurze Zeit.

Und schon wieder bist du in die Falle reingetappt. Dann beginnt das Spiel wieder von vorn.

Heutige Werbung will einem ein Produkt in den seltensten Fällen direkt verkaufen. Stattdessen ist das Ziel, das Produkt so begehrenswert wie nur möglich zu machen. Apple macht das sehr gut, wobei sie mit ihrer Masche mehr und mehr auf Gelächter stoßen. So langsam hat es jeder verstanden.

 

Ich erzähl dir nichts Neues? Weißt du schon alles.

Kann schon sein. Bist du dir dessen auch immer bewusst? Mir war das in dieser Ausprägung lange Zeit nicht bewusst. Das sind sich in diesen gezielt erschaffenen Situationen (also im Laden) nämlich die wenigsten.

Fazit

Mir persönlich hat das Buch Folgendes gezeigt:

Ich fand es sehr befreiend, Propaganda zu lesen. Es gab mir den nötigen Abstand zur Werbung, Politik, Vorgesetzten und deren Versprechen.

Es zeigt einem, welche Fragen man stattdessen stellen sollte, bzw. wie leicht es ist, etwas zu hinterfragen. Um dann sofort feststellen zu können, ob es sich tatsächlich um eine vernünftige Aussage handelt.

Du erkennst sehr schnell, was nur leere Worthülsen ohne Inhalt sind.

Chefs machen das sehr gerne.

Beispiel gefällig:

„Wir müssen hier strategisch vorgehen und das Umfeld im Auge behalten.“ Diesen Satz kann man so ziemlich in jedem Zusammenhang irgendwo einbauen. Und der Satz klingt immer irgendwie souverän, klug und sinnig. Gut gemacht, Chef!

Was ich generell sagen kann, ist, dass mir jedes gelesene Buch mehr Klarheit im Leben gegeben hat und weiter geben wird. Das hier hat massiv dazu beigetragen.

Mein Lieblingszitat:

Moderne Propaganda ist das stetige, konsequente Bemühen, Ereignisse zu formen oder zu schaffen, mit dem Zweck, die Haltung der Öffentlichkeit zu einem Unternehmen, einer Idee oder einer Gruppe zu beeinflussen.

Das hier ist auch gut:

… statt den Geist zu beflügeln, hat die Alphabetisierung (laut Wiki: der Prozess der Vermittlung der Lesefähigkeit, also das Lesen beibringen) dem Einfluss von Prägung ausgesetzt: Druckerzeugnisse voller Werbeslogans, Leitartikel, wissenschaftlicher Erkenntnisse, den Trivialitäten der Boulevardpresse zusammen mit tradierten (traditionellen) Denkmustern. Zum eigenständigen Denken kommt es dabei eher selten.

Mr. Bernays, danke für dieses tolle Stück Literatur.

Mach dich clever.

Hier geht’s zum Buch.
Propaganda: Die Kunst der Public Relations

 

Bleib dran, es lohnt sich.

Beste Grüße
Michael

Bla-Bla-Meter

für

Propaganda

Der einzig wahre Maßstab 😉


5 von 5 Unicorns

Wasmansoliest.de - Bewertung


Inhalt


Werbefrei


Lesbarkeit

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