Buchtipp: PCM – Oder. Wie man richtig kommuniziert

PCM – Nie gehört! Was ist das?

Von: Elisabeth Feuersenger

Woher kenne ich PCM?

Ich war geschäftlich unterwegs und kam mit einer Ärztin ins Gespräch. Wir verstanden uns hervorragend und unterhielten uns über Gott und die Welt. Solche Begegnungen liebe ich. Sie erzählte mir von PCM und empfahl es mir. Für diesen Tipp bin ich ihr heute noch sehr dankbar.

Was macht man mit diesem komischen PCM? Was ist das überhaupt? Und viel wichtiger: Was bringt es?

Mein Lieblingszitat diese Mal gleich zu Beginn:

Wir neigen dazu, anderen das anzubieten, was wir selbst wollen und brauchen – oft genug ist das das Falsche. Unser Mitmensch wird davon nicht nur nicht satt, sondern wird im Gegenteil immer hungriger.

Was ist PCM?

PCM ist ein Kommunikationsmodell. Ich weiß.

Gääähhhnnnn.

Ich sage. Lies erstmal weiter.

Jeder hat schon einmal was zum Thema Kommunikation gehört. Das Thema ist wie eine Zwiebel, sehr vielschichtig. Heute nehmen wir der Zwiebel eine weitere Schale ab. Angeblich kann ja gar nicht nicht kommunizieren. Jede Geste ist schon eine Art Kommunikation.

Was ist bei der Kommunikation wichtig?

Mir fällt da zum Beispiel aktives Zuhören ein oder richtig Feedback geben.

Sender- und Empfänger-System hat sicher jeder auch schon irgendwann mal irgendwo gehört. Das ist auch alles richtig.

Erzähl mir endlich was Neues, denkst du jetzt sicher.

PCM geht einen deutlichen Schritt weiter

Weiter als die klassischen Grundlagen zum Thema Kommunikation.

Es schaut sich den Menschen viel detaillierter an. Und zwar, wie seine Persönlichkeit zusammengesetzt ist. Diese Erkenntnis kann man wiederum ganz gezielt für eine gelungene Kommunikation nutzen.

 

Im PCM sagt man, dass jeder Mensch sechs Grundtypen in sich trägt:

  • der Macher
  • der Empathiker
  • Beharrer
  • Rebell
  • der Träumer
  • der Logiker

Was mir an PCM besonders gefällt, ist der anschauliche Aufbau. Nach deren Logik soll man sich seine Persönlichkeit als eine Art Haus vorstellen. Im Keller bzw. am Fundament ist der eigene Basistyp. In den Stockwerken darüber sind die restlichen fünf Persönlichkeitstypen gleichmäßig verteilt. Je weiter man nach oben kommt, umso geringer werden die Ausprägungen. Und umso schwieriger ist es, sich mit einem Menschen zu unterhalten, der diese Eigenschaften als Basistyp hat.

PCM - Wasmansoliest.de

Ganz wichtig ist, zu erwähnen, dass es hier kein Gut oder Schlecht gibt.

Jeder Mensch ist gut, wie er ist

Alle Persönlichkeitstypen zeigen ein charakteristisches Verhalten, wenn sie unter Stress kommen, bzw. wie man mit ihnen sprechen muss, damit sie sich wohl und verstanden fühlen.

Diese Levels sind jeweils in zwei Stufen unterteilt. Ich nenne sie jetzt vereinfacht

Stresslevel 1 + 2 und Bedürfnis 1 + 2. In der Mitte ist man neutral.

Wenn der Mensch Stress erfährt, rutscht er im Normalfall immer in seinen Basistyp zurück und zeigt dessen typische Stressmuster.

Es gibt Menschen, bei denen mehr als nur ein Persönlichkeitstyp 100 % aufweist. Das nennt man dann Phasenwechsel. Diese Menschen können problemlos zwischen diesen beiden Typen hin und her wechseln. Weil sie diesen Phasenwechsel in ihrer Entwicklung durchgemacht haben. Bei mir ist das der Macher und der Empathiker.

Warum ist PCM so hilfreich?

Zum einen versteht man sein Gegenüber besser, wenn man einordnen kann, welchen Basistyp der andere hat. So weiß man automatisch, wie man den anderen ansprechen muss, damit er sich wohl und verstanden fühlt.

Erfährt derjenige Stress, kann man ihn aus diesem Teufelskreis ganz gezielt herausholen, indem man ihm „gibt“, was er zu diesem Zeitpunkt benötigt.

Im Stressfall denkt der Mensch nämlich nicht mehr, sondern reagiert nur noch unterbewusst. Zumindest der Großteil von uns. Natürlich kann man das auch wunderbar nutzen, um gute Laune zu verbreiten. Wenn ich weiß, wie der andere angesprochen werden muss, ist er gut drauf.

Einfaches Beispiel:

Einem Logiker mit einem netten Plausch zu kommen, regt ihn innerlich auf. Was er will, sind Zahlen und Fakten. Damit kann er etwas anfangen.

Erst wenn man sich seiner eigenen Stressmuster bewusst ist, kann man auch auf sie reagieren. Kommt man dann selbst in Stress, kann man ganz gezielt gegensteuern. Ich gebe zu, das benötigt etwas Übung, aber je öfter man in sich hineinhorcht, umso besser klappt es. Man hat sich viel besser im Griff und kennt seine Bedürfnisse. In guten wie in stressigen Zeiten.

Ich habe mir mein persönliches PCM-Profil erstellen lassen. Mir war es wichtig, mir meiner unterbewussten Bedürfnisse bewusst zu werden. Man hat da immer ein latentes Bauchgefühl. Ich wollte das aber genauer wissen. Vermuten ist nicht wissen.

Fazit

Warum habe ich das gemacht?

Mir hat es überall geholfen. Hier ein Beispiel aus dem beruflichen Umfeld. In stressigen Situationen bleibe ich jetzt deutlich lockerer, weil ich geistig besser neben mir stehen und in die Beobachterrolle schlüpfen kann. Außerdem gab es da einen Kollegen, mit dem ich in regelmäßigen Abständen zusammengerasselt bin. Alle 6 Monate etwa.

PCM hat mir extrem dabei geholfen, zu verstehen bzw. einschätzen zu können, welchen Basistyp dieser Kollege hat.

Dadurch war ich mir seiner Bedürfnisse bewusst, wenn er unter Stress gerät. Ich kann jetzt erkennen, in welchem Stresslevel er sich befindet und was er dann braucht, um da wieder herauszukommen. Ich helfe ihm jetzt gezielt dabei. Und er merkt es nicht mal. So machtvoll ist PCM.

Das hilft  unterm Strich allen, weil es erst gar nicht zur „Eskalation“ kommt.

Weiter wurde mir bewusst, dass ich unterbewusst eine Erwartung an diesen Kollegen hatte. Und zwar, dass er mich bitte so behandeln/ansprechen soll, wie ich es erwarte. Mir wurde durch PCM sehr schnell klar, dass ich das von diesem Menschen nie bekommen würde. Ganz einfach, weil wir zu verschiedene Basistypen sind. Seit ich mir darüber im Klaren bin, hole ich mir das, was mir guttut, woanders.

Das zu verstehen und vor allem anzunehmen, war nicht leicht. Er war bis dato in meinen Augen ja immer das Problem.

Heute habe ich meine Perspektive geändert. Das hat mich einen enormen Schnitt weitergebracht.

Arbeite lieber an dir selbst. Andere kannst du nicht ändern.

Netter Nebeneffekt

Das Schöne ist, dass man es auch wunderbar in der Partnerschaft oder beim Dating anwenden kann. Man kann relativ schnell und sicher einschätzen, wer einem da gegenübersitzt. Das entspannt in der Datingphase ungemein.

Die Erstellung des eigenen Profils ist nicht ganz billig. Es kostet ca. 380 €. Lohnt sich aber meiner Meinung nach. Das Buch half mir, das große Ganze zu verstehen. Es enthält auch eine klasse Tabelle, wo man alles auf einen Blick zusammengefasst sieht. Ab und zu muss man sich manche Dinge wieder ins Gedächtnis rufen. Daher ist es als Nachschlagewerk Gold wert. Ich muss aber zugeben, dass es nicht ganz so leichte Kost ist. Plane daher, öfter ein paar Pausen einzulegen. Deshalb ziehe ich auch ein Unicorn in der Bewertung ab.

Der „Durchbruch“ kam für mich durch das eigene Profil, weil man sich selbst nicht unvoreingenommen einschätzen kann. Ich habe mich mit demjenigen, der das Profil erstellt hatte, ca. 2 Stunden unterhalten. Mit ihm habe ich beispielsweise meinen Kollegen analysiert.

Ich halte PCM daher für eine sehr hilfreiche Investition.

Mach dich clever.

Hier geht’s zum Buch.
Prozesskommunikation: Der Schlüssel für konstruktive Kommunikation

Bleib dran, es lohnt sich.

Beste Grüße
Michael

Bla-Bla-Meter

für

PCM

Der einzig wahre Maßstab 😉


4 von 5 Unicorns


Inhalt


Werbefrei


Lesbarkeit

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