Buchtipp: Mythos Überforderung

Mythos Überforderung

Von: Michael Winterhoff

Ich feiere dieses Buch! Ich habe es gelesen und dachte mir ständig: Ja, Mann! Recht hat er! Im Grunde hält er der Gesellschaft den eigenen Spiegel vor. Er rechnet mit den ganzen vermemmten Menschen ab. Mit denen, die angeblich ständig überfordert sind. Er spricht aus, was viele denken.

Ich sag`s mal mit eigenen Worten. Zuerst auf Schwäbisch. Dann auf Hochdeutsch.

S Leba isch koi Schlozr. Das Leben ist kein Lolli.

Werdet einfach erwachsen und übernehmt die Verantwortung für euch und euer Leben.

Das Buch ist in 12 Kapitel aufgeteilt

Zu Beginn klärt er die gängigen Begriffe, mit denen die Menschen zum Arzt kommen.

„Ich kann nicht mehr.“ Oder „Mein Akku ist leer.“

Der typische Burn-out.

Wir werden ja, laut öffentlicher Meinung, alle mehr und mehr in die Überforderung getrieben.

  • Multitasking
  • always on
  • Job
  • Familie
  • gescheiterte Beziehungen
  • usw.

Überall, wo etwas schiefgeht, verstecken sich viele hinter dem großen Wort Überforderung. Dabei wird es nicht wahrer, je öfter man davon spricht. Es lenkt nur vom eigentlichen Problem ab. Von einem selbst.

Er nimmt sie sich alle vor

  • Die Helikopter-Eltern, die die ihren Kindern die Macht übergeben
  • Die Narzissten (ich nenne sie die Selfie-Kings)
  • Beziehungsgestörte
  • Die, die nie erwachsen werden wollen
  • Die, die alles mitmachen
  • die Freizeitgestressten
  • usw.

 

Selten so viel geschmunzeln

Ich denke, jeder von uns kennt einen der oben beschriebenen Art. Das Buch gibt einem etwas an die Hand, mit dem man diesen Zeitgenossen etwas gegen ihre perfekte Ausredenwelt entgegnen kann. Immer in der Hoffnung, dass diese dann vielleicht zur Besinnung kommen.

Denn wer sich ständig nur selbst in die Tasche lügt, kommt kein Stück weiter.

Er beschreibt dabei sehr anschaulich, wie wir ständig versuchen, dem Alltag zu entkommen. Indem wir uns in Wellness-Oasen oder fremde Länder flüchten, statt sich um das eigene Leben und dessen Herausforderungen zu kümmern. Flucht war noch nie eine gute Lösung.

Stell dich dem Problem und löse es. Punkt.

Wie wir miteinander sprechen

Schön finde ich die Beschreibung, wie er unsere Gesellschaft bzw. die Art, wie wir miteinander umgehen und sprechen, erklärt.

Zitat: Typische Wendungen in unserer Image-basierten Welt sind: „Ich sag`s jetzt mal so: …“ und „Vielleicht könnten wir mal …“ oder „Ich kann das ja wieder umtauschen …“ Zitat Ende.

Er beschreibt, wie ein sich selbst auferlegtes Image auf uns einen enormen Druck ausübt.

  • Der Hipster
  • Der Image-Junkie, der immer cool und last fashion sein muss
  • usw.

Arme Schweine.

Unserer Gesellschaft fehlt es massiv an Verbindlichkeit

Statt konkret eine Meinung zu vertreten, eiert man lieber rum. Das führt zwangsläufig in eine Teufelsspirale. Er zeigt aber auch, wie man dieser leicht entkommen kann.

Stellt dabei die richtigen Fragen, wie bspw.:

  • Was ist wirklich gut für mich?
  • Oder meine Familie?
  • Für meinen Arbeitgeber?
Je mehr Stress, umso weniger Intuition.

Winterhoff plädiert dafür, lieber wieder sein inneres Wertesystem zu stärken, statt sich von außen lenken zu lassen.

Erst dann kann man ein gutes und sinnvolles Leben führen. Denn je mehr wir gestresst sind, umso weniger klappt das mit der eigenen Intuition. Dann lenkt uns nur noch der Instinkt.

Unglaublich aber wahr

Richtig geil finde ich den Teil, als er erzählt, welche Wünsche an Flugbegleiter gestellt werden. Liest man das, kann man nur schmunzelnd den Kopf schütteln.

Beispiel gefällig?

Hier mein Favorit. „Nehmen Sie mein Kind bitte in das Spielzimmer mit!“ IM FLUGZEUG?!

Junge, Junge. Da fehlen einem die Worte. Sind wir als Gesellschaft mittlerweile wirklich so doof geworden?

Fazit

Ich empfehle dieses Buch jedem, der mal wieder richtig herzhaft lachen möchte. Für den einen oder anderen wird es vielleicht sogar ein unerwarteter Weckruf. Was Herr Winterhoff nämlich schön beschreibt, ist die Tatsache, dass es immer nur die anderen sind. Nie man selbst.

Mir persönlich hat das Buch gezeigt, dass mit mir natürlich alles in Ordnung ist. 😉

Im Ernst.

Nachdem man es gelesen hat, versteht man wieder ein Stück besser, warum unsere Gesellschaft so geworden ist, wie sie momentan ist. Es hilft dir, manche Dinge mehr aus der Balkonperspektive zu sehen, statt mittendrin verwirrt dazustehen. Es hilft, mit einem gesunden Abstand Situationen und Verhaltensweisen seiner Mitmenschen besser zu verstehen.

Mein Lieblingszitat:

Zwei Egoisten können miteinander nicht glücklich werden. Wie soll es dann eine Gesellschaft, in der es vor Egoisten nur so wimmelt?

Mach dich clever.

Hier geht’s zum Buch.
Mythos Überforderung: Was wir gewinnen, wenn wir uns erwachsen verhalten

Bleib dran, es lohnt sich.

Beste Grüße
Michael

Bla-Bla-Meter

für

Mythos Überforderung

Der einzig wahre Maßstab 😉


5 von 5 Unicorns

Wasmansoliest.de - Bewertung


Inhalt


Werbefrei


Lesbarkeit

2 Comments
  • Dennis
    Dezember 26, 2017

    Sehr gutes Buch, hat seine 5 Unicorns verdient;)
    Danke für die Empfehlung!

    • Michaadmirale4
      Dezember 26, 2017

      Freut mich, dass es dir gefallen hat.

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