Buchtipp: Kopf schlägt Kapital

Kopf schlägt Kapital

Von: Günter Faltin

Mit „Kopf schlägt Kapital“ hat Herr Faltin meiner Meinung nach eines der besten Bücher unserer Zeit überhaupt geschrieben. Jeder, der sich für Entrepreneurship und Unternehmensgründung interessiert, muss es gelesen haben. Es ist eine Pflichtlektüre. Sonst besteht eine akute Wissenslücke.

Herr Faltin beschreibt die Unternehmensgründung in einer so unaufdringlichen, aber extrem mitreißenden Art und Weise, dass man sofort selbst Unternehmer werden möchte. Er zeigt auch, wie einfach es sein kann.

Zuerst die Idee

Ja. Sicher. Man muss nur eine gute Idee haben. Und dann läuft`s. Denkt man schnell. Das ist nur der kleinste Teil.

Herr Faltin zeigt, wie wichtig es ist, sein „Ideenkind“ (im Kopf) weiterzuentwickeln und es für den Markt vorzubereiten. All das kostet keinen Cent, sondern spielt sich nur im Kopf ab. Er sagt, dass man seine Idee gegen Einflüsse von außen absichern muss.

  • Verlässt du dich nur auf einen Vorteil?
  • Was macht deine Idee schwer bis nicht kopierbar?
  • Was machst du, wenn … passiert.

Und so weiter.

Die Teekampagne

Er zeigt, wie er es selbst gemacht hat. Am Beispiel der Teekampagne beschreibt er, wie man ein solides Unternehmen aufbauen kann. Es hat sich nur auf eine Teesorte spezialisiert. Wie der Kunde mittels Großpackungen hervorragend schmeckenden Tee zum sehr fairen Preis bekommt. Indem man beispielsweise den Zwischenhandel weglässt und den Preisvorteil an den Kunden weitergibt.

Weiter zeigt er Beispiele, bei denen man das gleiche Prinzip anwenden könnte.

Der Direktimport von Heizöl

Und es stimmt. Ich habe das selbst mal bis zum Schluss durchgerechnet und war extrem überrascht. Am Ende hätte man so mit einem Geschäft ca. 30.000 € netto verdient. Ich habe dafür in London bei der Terminbörse angerufen und mich mit Händlern verbinden lassen. Die meisten haben lachend aufgelegt.

Einer gab mir dann aber eine Antwort.

Die Mindestabnahmemenge bei ihm wären 1 600 000 Liter Heizöl gewesen. Ja genau. Einskommasechs Millionen Liter.

Klingt erst mal nach. WFT!!! Wie soll man das an den Mann bringen???

Schneide den Elefanten in Scheiben. Schon ist es viel leichter.

Wenn man sich bewusst ist, dass man nur 40 (Groß-)Kunden braucht, sieht die Welt schon viel rosiger aus. Diese 40 Kunden nehmen einem jeweils 40 000 Liter ab (davon gibt es Tausende in Deutschland). Und schon sind die 1 600 000 Liter verteilt.

Ich habe daraufhin mit Transportunternehmen gesprochen und mir die komplette Transportkette durchgerechnet. Löschung des Heizöls in Amsterdam und Transport mit angemieteten Zugwaggons in die Nähe der Großkunden. Anschließend Umfüllen des Heizöls in Tanklastwagen und ab damit zum Kunden. Klingt krass. Ist es auch. So viel Mumm hatte ich damals nicht.

Zeigt aber, dass man keinen müden Cent ausgeben muss, um ein Geschäftsmodell zu bewerten.

Das bringt uns zum nächsten Schritt

Dem realen Testen des Geschäftsmodells. Herr Faltin beschreibt hier, vereinfacht ausgedrückt, dass man den kleinstmöglichen Prototypen bzw. die Kernidee testen muss. Und das so günstig wie möglich. Erst wenn diese vom Markt bzw. Käufer angenommen wird, macht man weiter. Wenn nicht, heißt es hinsetzen und noch mal drüber nachdenken. Oder die Idee sanft zur Ruhe zu setzen. Und sich natürlich anschließend der nächsten Idee widmen!!!

Lieber am Unternehmen zu arbeiten als darin

Will man seine Idee in die Tat umsetzen, empfiehlt der Professor, bloß nicht den typischen Anfängerfehler zu machen. Nämlich alles selbst und ständig zu machen. Für Routinearbeiten gibt es Experten, die das viel besser und billiger machen, als man es selbst könnte. Er wirbt daher sein Unternehmen mit Komponenten aufbauen. Und lieber am Unternehmen zu arbeiten als darin.

Fazit

Ich finde, das Buch vermittelt extrem viel Inhalt, der sehr anschaulich erklärt wird. Man sieht, wie einfach es sein kann, selbst ein Unternehmen zu gründen. Ganz ohne Berge von Krediten. Stattdessen lieber etwas mehr Zeit in die Ideenentwicklung stecken und gleich von Anfang an profitabel sein. Ein sehr simples und gleichzeitig geniales Konzept. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht.

Professor Faltin organisiert einmal im Jahr an der Freien Universität Berlin eine Start-up- Konferenz. Auf dieser tragen viele (auch namhafte) (Start-up-)Unternehmen zu verschiedenen unternehmerischen Themen vor. Ich war selbst schon dort und kann dieses Event nur empfehlen. Sehr viel Inhalt zu einem sehr fairen Preis. Tolle und interessante Impulsvorträge. Dieser hat mich damals sehr bewegt. Er bekam danach Standing Ovations. Nimm dir die 50 Minuten Zeit. Es lohnt sich.

Heini Staudinger – Der widerspenstige Schuhproduzent

Mir hat das Buch vor allem dabei geholfen, sich bewusst zu werden, dass man am Anfang nur seinen Kopf braucht, um Ideen zu entwickeln, weniger das große Geld. Das kommt bei der richtigen Idee von ganz alleine. Und das Gründen mit Komponenten fand ich einen guten Ansatz.

Mein Lieblingszitat:

Wirtschaften ist etwas viel zu Wichtiges, als dass es den Ökonomen überlassen werden sollte. Wer das Prinzip verstanden hat, kann viele Unternehmen gründen.

 

Mach dich clever.

Hier geht’s zum Buch.
Kopf schlägt Kapital: Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen. Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein

Bleib dran, es lohnt sich.

Beste Grüße
Michael

Bla-Bla-Meter

für

Kopf schlägt Kapital

Der einzig wahre Maßstab 😉


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